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 Kleine Geschichten aus dem Zirkel

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Altra

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:01

Linyenwa, 25.02.2011

Langsam öffnete sie ihre Augen und blinzelte den vom Sonnenlicht in smaragdenem Grün leuchtenen Baumkronen entgegen. Sie saß mitten in einem unberührten Wäldchen fernab von Krieg und Folter, Furcht und Hass. Eine grüne Aura umgab die Kaldorei und sie lächelte auf ihre beruhigende Art und Weise. Sie strahle Ruhe und Frieden aus. Nun bin ich zurückgekehrt und kann wieder meinen Aufgaben gerecht werden. Langsam erhob sie sich und blickte sich um, als sie ein leises Rascheln vernahm. Sie erblickte ein Reh, welches ihr aus unschuldigen, braunen Kulleraugen entgegenblickte. Ein Lächeln umspielte ihre Lippen. Auch hier ist es schön, wirklich schön. Doch meine Meditation werde ich auch weiterhin in den grünen Traum verlagern. Sie nahm ihren Stab vom Boden auf und blickte in den Wald hinein. "Ich werde für dich kämpfen, Azeroth. Das Gleichgewicht wird wiederhergestellt werden. Auch Deathwing kann nichts dagegen tun." Dann setzte sich die Druidin in Bewegung, es lag ein weiter Weg vor ihr...

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:02

Gaomee, 26.02.2011

Während das Lied des Regens langsam verstummte und ab und an nur ein leises Platschgeräusch davon zeugte, dass das kühle Nass überhaupt den Untergrund berührt hatte, setzte die junge Druidin ihre Füße auf die Holzplanken der vorgeschobenen Fläche von Lor´danel.
Sie fühlte sich unwohl. Das freundliche Nicken des Hyppogryphenmeisters, der ihre Blässe fälschlicherweise auf den Ritt mit dem Hyppogryphen schob, bemerkte sie nicht einmal. Ihre silberfarbenen Augen nahmen die Umgebung wie durch einen Schleier wahr. Das hier war also Lor´danel.
Ihr Blick suchte den von Astrya. Es war gut, dass sie mitgekommen war...

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:02

Linariel, 04.03.2011

Seufzend sah die violetthaarige Kaldorei sich in der Enklave des Cenarius um, und zupfte nachdenklich an einer ihrer langen, geflochtenen Haarsträhnen herum. Darnassus war wirklich furchtbar groß - wenn man nicht aufpasste, lief man ständig im Kreis. So wie sie. Und nun war sie schon wieder in der Enklave gelandet. Bestimmt zum dritten Mal in Folge...
Zum Nether mit ihrem füchterlichen Orientierungssinn!
Erneut stieß die Frau ein Seufzen aus, und warf dann einen Blick auf den terrassenartigen Baum, der neben dem Baum in der Mitte der höchste war. Was es da wohl zu sehen gab? Das würde sie später herausfinden. Erst einmal musste sie noch ihren Bruder finden - wo hatte sich dieser Rumtreiber nur wieder versteckt?
Ein leises, wenig begeistertes Brummen von sich gebend, wandte die Kaldorei sich nach rechts und wanderte ziellos gen der vielen Häuser, die sich dort praktisch auf einem Haufen tummelten.



Zuletzt von Altra am 24.10.12 15:27 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:02

Luthien, 04.03.2011

"Elenya!" Luthien zog die Brauen zusammen und beschleunigte ihren Schritt etwas, als die große Wintersäblerin ihren Ruf erneut ignorierte und sich stattdessen leicht abgeduckt, mit gesträubtem Nackenfell und einem dumpfen Grollen auf den Eingang des Kerkerbaums zu bewegte. Alarmiert richtete sich die Aufmerksamkeit der kleinen Kaldorei auf den Zugang. Wo waren die Wachen?

Instinktiv hielt sie sich etwas seitlich des Eingangs als sie nun mit wenigen Schritten die Katze einholte, die erneut warnend grollte und dann langsam vor der Kaldorei her den Tunnel betrat. Luthiens Nackenhaare stellten sich auf und sie bleckte angewiedert die Fänge, als ihr nach einigen Schritten deutlich der Geruch von Blut und verderbter Magie entgegenschlug.
Der Gang machte vor ihr eine weitere Linksbiegung und angespannt setzte sie einen Fuß vor den anderen. Elenya erstarrte in ihrer Bewegung und ihr Knurren durchbrach die unnatürliche Stille. Zwei Schritte weiter und Luthien konnte den Rest des Ganges bis hinunter zur ersten Plattform sehen. "Verdammt" zischte sie, wandte sich um und lief den Gang wieder hinauf. Sekunden später gellte ihr Alarmruf durch die Enklave.
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:03

Anduriel, 07.03.2011

Anduriel gähnte und blinzelte verschlafen der Sonne entgegen. Es musste bereits weit nach Mittag sein und allmählich drohte die junge Druidin vom Schlaf übermannt zu werden. Sie begann ein wenig auf und ab zu laufen, ehe sie noch einen Blick ins Lazarett war. Dort lag der Grund, warum sie schon den ganzen Tag Wache hielt. Lihras Warnung schoss der Kaldorei durch den Kopf. Die verletzte Wächterin war die Einzige, die ihnen helfen konnte, die Einzige, die vielleicht wusste, wie die Personen aussahen, die ihr das angetan hatten. „Eine zerstörte Lunge“, dachte Anduriel im Stillen, „die Schwester sollte Elune danken, dass Hainläufer so ein hervorragender Heiler ist.“
Missmutig schüttelte die Druidin ihre trüben Gedanken ab. Sie würden schon noch herausfinden, was geschehen war und dann würde auch die Gnade der Göttin diesen Dreckskerlen nichts mehr nützen.

Ruhig atmete die Kaldorei durch und machte sich die Stille gewahr, welche über dem Quartier des Smaragdzirkels lag. Ein schwaches Schmunzeln huschte der Kaldorei über die Lippen. Gestern hatte hier ein Treiben geherrscht, dass dem Markttag von Stormwind geglichen hatte. Die Ehrwürdige Schneeblüte mit ihrem Novizin, ein Paladin, die gesamte Einheit der Sternenklingen, die ihre neuen Rekruten präsentieren wollten, eine Botin, die ihre Dienste angeboten hatte und mehrere andere Kaldorei, die sie aus verschiedensten Gründen aufgesucht hatten.

Das Abbild eines grinsenden Elfen in dreckiger, abgenutzter Kleidung mit dem wohl scheußlichsten Hut auf dem Kopf, den man sich nur vor stellen konnte, blitzte vor Anduriels geistigem Auge auf. Ysan! Unwillkürlich lächelte die Kaldorei. Der Elf, dem sie vor rund 200 Jahren das Leben gerettet hatte, war so unerwartet in der Enklave aufgetaucht, dass Anduriel erst gar nicht hatte glauben können, wer da vor ihr gestanden hatte.

Die Freude, welche sie ob des Wiedersehens verspürt hatte, erstaunte sie immernoch. Sie hatten sich schließlich lange nicht mehr gesehen und dennoch schien er immer noch ganz der Alte zu sein. „Es muss an seiner sorglosen, unbändigen Art liegen. Und dieses Grinsen ist verflucht ansteckend. Eines jedenfalls steht fest: Ich freue mich schon darauf ihn wieder zu sehen.“
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:03

Tyrr, 09.03.2011

Sein Blick schweifte über die Enklave, es sammelten sich immer mehr Kaldorei am Fuße des Baumes, schon waren es über drei Dutzend.

Sein Magen zog sich zusammen, verdammte Nervosität. Es würde ihm wohl niemand glauben, aber jedesmal wenn er vor sovielen Fremden sprechen musste würde er am liebsten davonlaufen. Natürlich würde er sich nichts anmerken lassen, er war Morgennebel, ein Morgennebel lief niemals davon. Ein kurzes lächeln zog über die Lippen des Mannes als er zurück dachte an diese Worte. Doch dann straffte er sich.
Es wird Zeit, Mörder und Diebe müssten gefasst werden...
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:03

Tinnurandir, 12.03.2011

Mit einem Finger fährt der junge Kaldorei die Zeilen nach, über die sein Blick huscht. Das mit einer sauberen, gestochen scharfen Handschrift gefüllte Buch zeugt deutliche Abnutzungserscheinungen, wirkt alt, zerfleddert, ramponiert.

"Golddorn zerreiben und mit Honig ansetzen zur Schleimlösung bei Husten... Blassblatt in abgekochtes Wasser über Nacht legen und damit Schwitzwickel tränken gegen Fieber... Königsblut trocknen lassen um die Blüten gegen Blutungen einzusetzen..."

Immer wieder murmelt er vor sich hin. Sein Kopf ruckt hoch, als ein Geräusch an seine Ohren dringt und ein Lächeln erhellt sein Gesicht.

"Mondpfote, du bist ja doch noch hier. Du scheinst dich gut durchgeschlagen zu haben in letzter Zeit, so glänzend wie dein Fell ist und so dick dein Bauch."

Mit einem Schnurren macht es sich die schneeweiße Katze auf seinem Schoß bequem und rollt sich ein, nachdem sie sich mehrfach im Kreis gedreht und ihm die Krallen in die Beine gegraben hat.

"Manche Dinge ändern sich nie", den Kopf schüttelnd, vertieft er sich wieder in das Studium des Kräuterbuches.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:04

Luthien, 14.03.2011

Die Tasse in beiden Händen haltend, nippte die Aufseherin an ihrem Tee und starrte gedankenverloren auf die Straße hinab.
Wenig regte sich in den Gassen des Händlerviertels, nur hier und da einer der Menschen die sich nur schwer an den Rhythmus des nachtelfischen Lebens gewöhnen konnten. Noch seltener einer der ihren. Es würde noch Stunden dauern, bis die Kal'Dorei und mit ihnen die Stadt sich wieder zu regen begänne.

Wenig später schon lenkte die kleine Kaldorei ihre Schritte in die Enklave.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:04

Gaomee, 14.03.2011

Lange Zeit versuchte sie zu begreifen, was sie sah. Es fiel ihr schwer zu glauben, dass dies hier zuletzt der Ort gewesen war, an welchem sie Obdach gesucht hatte. Vergebens suchte ihr Blick nach einem Gebäude, einem Stein, der keine Risse im Mauerwerk aufwies. Das Gras war an manchen Stellen noch immer dunkel verfärbt. Es wirkte krank und verwest. Als habe die Natur nicht die Kraft gehabt, der gewaltigen Zerstörung Herr zu werden, die hier Einzug gehalten hatte. Ein beklommener Anblick, der sich auch ihrer längst bemächtigt hatte.

Beinahe tastend schob sie ihre Füße nach vorn, so sehr war sie gefangen in dem, was sich ihrem gesunden Auge bot. Sie hatte sich oft ausgemalt, wie es sein würde, wenn sie hierher zurückkehrte. Wie es war, dorthin zurückzukehren, wo ihr Leben eine grundlegende Änderung begonnen hatte. Ihre Träume waren voller dunkler Schemen gewesen, die sie mit Furcht erfüllt hatten, einer Angst, die nicht greifbar gewesen war und dennoch das widerspiegelte, was ihr Unterbewusstsein von dem Tage, an dem Auberdine untergegangen war, mitgenommen hatte. Doch selbst diese Dunkelheit in den Traumbildern hatte nicht das abbilden können, was sich nun ihrem Blick bot. Die Realität war um ein Vielfaches schlimmer, denn sie zeigte, was geblieben war. Nicht viel, wie sie feststellte. Das Einzige, was zu spüren war, war eine fast greifbare Traurigkeit, die über den Ruinen lag wie ein Schleier aus Nebel. Sie konnte spüren, dass der Ort ruhelos war. Es war, als schwebten die Schatten der Verstorbenen noch immer in dem dämmrigen Zwielicht, das die Dunkelküste ihr Eigen nannte.

Die junge Druidin fröstelte und sah sich beinahe hastig nach der vertrauten Silhouette ihrer Freundin um. Sie brauchte nicht lange zu suchen, denn Astrya hatte sich nicht weit von ihr entfernt. Sie wandte den Kopf wieder nach vorn. Beruhigt darüber, dass sie nicht allein war und doch peinlich berührt, dass sie Schwäche gezeigt hatte, wo sie sich vorgenommen hatte, stark zu bleiben.
Tief einatmend versuchte Gaomee die Enge, die ihr Herz fest umschlossen hielt, von sich zu streifen. Es gelang ihr nicht. Vor ihrem geistigen Auge erschienen die hohen Flammensäulen, die Auberdine eingehüllt hatten, die schreienden Kaldorei, die von ihr erfasst worden waren, um bis zur Unkenntlichkeit zu verbrennen. Sie konnte sich nicht erinnern, wie viele es gewesen waren, aber diese Bilder hatten sich unweigerlich in ihr Gedächtnis eingebrannt. Außerdem hatte sie die Flammen am eigenen Körper gespürt und diesen Schmerz würde sie niemals vergessen…

Schaudernd zog sie die Luft ein. Der Laut klang beinahe störend in dieser Ruhe, welche die Ruinen umhüllte. Nur zögernd ging sie voran. Einerseits wollte sie wissen, was hier geblieben war, wollte sehen, weshalb es ihr unmöglich gewesen war, unversehrt zu bleiben, doch auf der anderen Seite schien ihr Körper sie zur Flucht zu drängen. Einfach fort, weg von diesem Ort, der nun den Tod beherbergte.

Sie war erleichtert, dass die Zeit bereits wieder Normalität vorgaukelte. Gräser und Moos hatten sich einen Weg gebahnt und die verfallene Stadt zurückerobert. Unwillkürlich fragte sie sich, warum man Auberdine nicht mehr aufgebaut hatte, doch sie verdrängte die Frage. In Lor´danel hatte sie gesehen, dass ein neuer Anlaufpunkt geschaffen worden war. Vielleicht war es besser so. Sie konnte nicht glauben, dass jemand freiwillig wieder hierher zurückgekommen wäre, um an diesem Ort ein neues Leben zu beginnen.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:05

Luthien, 19.03.2011

Mit vor der Brust verschränkten Armen stand die Aufseherin am Rande der mittleren Plattform und starrte in düsteres Brüten versunken auf die Enklave hinunter. Blumensang... ein verdammter Mensch, der es irgendwie schaffte Druiden, Priesterschaft und Schildwache an der Nase herum zu führen. Und als sei dies nicht genug, war es ihm auch noch gelungen, selbst die vorsichtigen und zurückhaltenden Draenei zu täuschen und für seine Zwecke einzuspannen.

Sein Vorgehen hatte sich als äusserst trickreich erwiesen und immer schien er ihnen einen Schritt voraus und doch... langsam, ganz langsam so schien es, machten sie Boden gut. Immer mehr Informationen brachten sie zusammen. Die einzelnen Puzzelteile begannen ein Bild erahnen zu lassen und groß war die Wut bei allen Beteiligten, als ihnen allmählich dämmerte, wie Blumensang sie umherschob wie Figuren auf einem Schachbrett.

Ein dumpfes Grollen stieg in ihr auf und die fein geschnittenen Züge spannten sich unter dem Mahlen ihrer Kiefer, als sie an die toten Wachen dachte. 'Irgendwann wirst du einen Fehler machen, du verdammter Mistkerl', dachte sie düster '...dann kriegen wir dich und bei Elune, es wird dein letzter sein.'
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:05

Gaomee, 22.03.2011

Müde ließ sie ihren Blick über die zur Ruhe gekommene Enklave schweifen. Hinter ihrer Stirn pochte es dumpf schmerzvoll. Was war nur los? Die vergangenen Tage waren so ereignisreich gewesen, dass sie sich fragte, was als nächstes kommen würde. Konnte es überhaupt schlimmer kommen?

Gestern abend war sie von der Mondlichtung zurückgekehrt, in der Hoffnung, dass sich die Zustände etwas gebessert hatten, dass die Unruhe, die sie alle erfasst hatte, wieder von ihnen gewichen war. Doch nichts davon war eingetroffen. Das hektische Treiben auf dem Baum der Einheit hatte ihr gezeigt, dass eher das Gegenteil der Fall gewesen war.
Nein, Ruhe war wahrlich anders.

Ihre Hand hob sich an ihren Kopf und begann die schmerzende Stelle zu massieren. Vor ihrem Auge verschwammen kurz die Konturen, ehe sie wieder klar wurden. Die junge Druidin seufzte schwer und schloss das gesunde Auge. Sofort wurde das Stechen hinter ihrer Stirn fordernder, die Schemen ihrer Umgebung verschwammen zu unkenntlichen Umrissen. Schattenhaft. Vielleicht war es besser, wenn sie noch einmal Schwester Dunkelblüte aufsuchte. Irgendetwas an dieser Kräutermischung, die sie ihr gegeben hatte, schien ihr immer noch nicht gut zu tun.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:06

Anduriel, 22.03.2011

"Konzentriere dich Anduriel. Die Geister der Bäume sind beständiger und unserem Bewusstsein weiter entrückt, als die anderer Pflanzen, so wie ihre Wurzeln tiefer in die Erde dringen. Vor allem dann, wenn sie mit einem Weltenbaum verschlungen sind."

Die tiefe, erdige Stimme ihres Shan'dos drang wie aus weiter Ferne zu ihr heran. Die junge Druidin saß im Schneidersitz an den Stamm einer der Bäume gelehnt, aus dem das Quartier des Smaragdzirkels gewachsen war. Ihre Hände ruhten auf mächtigen Wurzeln und wirkten auf dem rauen Braun klein, beinahe zerbrechlich. „Erinnere dich. Du hast schon einmal mit einem Baum in direkter Weise kommuniziert, statt nur dem Wispern seiner Blätter zu lauschen“, rief sich Anduriels ins Gedächtnis zurück, „Dieser Baum hier kennt seine Bewohner. Du musst nur lernen zu sehen ...“

Tief atmete die Kaldorei durch und sank gegen die raue Rinde des Baumes zurück. Nach und nach versuchte sie störende Geräusche auszublenden. Die Fetzen eines Gesprächs, welche der Wind zu ihr trug, den Ruf der Eulen, das Rascheln im Unterholz und schließlich selbst den eigenen Atmen. Für den Bruchteil einer Sekunde war die Druidin von vollkommener Stille umgeben, ehe sie neue Geräusche vernahm. Es klang wie ein Saugen und Rauschen, als würde Wasser in schmale Bahnen gezwungen und empor gepresst werden. Sie folgte dem Klang, der bald zu einem wahren Toben anschwoll, um sich dann in einer schieren Unendlichkeit von Verzweigungen zu verlieren.

Für einen Moment drohte Anduriel ihren Pfad zu verlieren. Sie verließ den einzelnen Strom und versuchte das Gebilde im Ganzen zu erfassen. Was sie spürte, war pures Leben. Von der kleinsten Wurzel bis zum obersten Blatt konnte sie den mächtigen Baum nun wahrnehmen. Überall pulsierte Lebenskraft, schob den Baum in einer unendlichen Geduld weiter in die Höhe, akzeptierte aber die Form, um welche die kleinen Wesen gebeten hatten. Erheiterung stieg in der Kaldorei auf, als sie verstand, dass die Druiden damit gemeint waren. „Und du selbst auch“, ermahnte sie eine Stimme in ihrem Inneren.

Rasch wandte sich die Druidin wieder ihrer Aufgabe zu. War ein Lebewesen unverletzt, so war auch seine Lebenskraft vollkommen. Hier und da nahm die Kaldorei kleinere Veränderungen in der Energie des Baumes war. Risse oder Abschürfungen, wo ein Tier genagt oder empor geklettert war. Anduriel aber suchte etwas anderes.

Es dauerte nicht lange, bis sie die Spuren entdeckte. Wie kleine schwarze Löcher hatten sie sich in die Lebenskraft des Riesen gebohrt. Der Baum blutete dort, wo der Eindringling von vorhin sich mit seinen Metallkrallen am Stamm empor geangelt hatte. Mitgefühl stieg in der Druidin auf. Es war nichts, was den Baum töten würde. Aber eine Wunde, war eine Wunde. Anduriel beschwor das Bild hervor, mit welchem der Baum seine nachtelfischen Bewohner betrachtete. Sie würden nicht zulassen, dass er noch einmal würde leiden müssen. Wenn er sie nur warnte, sollte es wieder geschehen … der Baum verstand. Ehrfurcht und Dankbarkeit überströmten die Elfe. Für einen Moment sah Anduriel sich selbst mit den Augen des Riesen. Die Druidin lächelte grimmig. Ein zweites Mal würde der Eindringling nicht unbemerkt seine Krallen in ihr Heim schlagen.
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:06

Gaomee, 30.03.2011

Das Lächeln hatte sie wiedergefunden. Strahlend und glücklich wirkte sie, auch, wenn sie niemand wohl in diesem Augenblick sehen mochte, so wie sie hier auf Teldrassil abgeschieden an einem der Quellflüsse in den Bergen saß.
Sie hatte sich auf die Knie herabgelassen und spähte angestrengt hinab in das Tal unter sich. In der Ferne schimmerten die Dächer von Dolanaar im Sonnenschein und genau diese Aussicht genoss sie. Immer wieder deckte sie das gesunde Auge mit der Handfläche zu und konnte nicht glauben, dass das, was sie mit dem verletzten Auge wahrnahm, wirklich mehr als Schatten waren. Farben. Leuchtende Farben.
Sie unterdrückte einen Jubelschrei. Die Kräuter zeigten endlich Wirkung. Bald würde sie sicherlich wieder vollends sehen können.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:07

Gaomee, 04.04.2011

Ein Blatt im Wind
Taumelnd
Schwebend
Tanzend
Es sinkt es hernieder
Einem ungewissen Weg entgegen
Einsam und doch inmitten anderer seiner Art,
nimmt jedes für sich einen eigenen Weg.
Mancher währt nur kurz,
anderer verlangsamt in der Zeit.
Doch am Ende finden sie zusammen,
auf der Erden Grund.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:07

Tyrr, 06.04.2011

Immer wieder lies er seine Augen über das Pergament schweifen. Die Schrift lies einen gebildeten Mann erkennen keine Tintenkleckse standen die wenigen Worte sauber aneinandergereit.

„Ich habe etwas was ihr zurück wollt und ihr habt etwas was ich haben will. Ein klassischer Patt würde ich sagen, nun ist nicht die Zeit für Klingen sondern die Zeit für Verhandlungen“

Der Denker


Die Augen des großen Nachtelfs verengten sich als er die Worte, wieder und wieder überflog.
Er wollte verhandeln! Verhandlungen mit einem Dieb und Mörder! Denker... würde er sich Puppenspieler nennen wäre es wohl angebrachter, er musste dringend mit der hohen Schwester sprechen.
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:07

Luthien, 08.04.2011

Ohne erkennbare Regung stand sie an der Reling und liess den Blick über die Hafenanlage Sturmwinds schweifen. Während das Schiff vor Anker ging und am Dock vertäut wurde beobachtete sie das geschäftige Treiben und Gewühl aus verschwitzten Arbeitern, Militärs, teilweise recht zwielichtig erscheinenden Gestalten und Reisenden verschiedenster Herkunft.

Die gewaltigen Mauern und Treppen empor sah sie den Eingang zur Stadt und unwillkürlich atmete sie tief durch, um die Beklemmung abzuschütteln welche die Erinnerung an die Enge der Gassen und den Gestank der Kanäle in ihr auslöste.
Sie bezweifelte, dass sich daran viel verändert hatte, wenngleich ihr letzter Besuch noch vor der Heimsuchung durch den Schwarzen lag. Eine gewisse Neugier auf die Neuerungen der Menschenstadt jedoch, von denen sie bisher nur aus einigen Berichten gehört hatte, konnte sie trotz allen Unbehagens nicht leugnen.

Sie hoffte nur, dass sie sich einigermaßen zurecht finden würde. Es würde schwer genug sein, hier jemanden zu finden, der sich möglicherweise nicht finden lassen wollte. Endgültig nahm sie nun den Blick von der Stadt und stiess sich von der Reling ab... sie würde es herausfinden.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:11

Luthien, 12.04.2011

Bearbeitet von Luthiên am 12.04.11 10:26 (MESZ) Mit untergeschlagenen Beinen hockte die kleine Kaldorei am See, den Rücken gerade und leicht gegen einen Baum gelehnt, die Hände locker auf den Knien. Sie wirkte in sich und der Umgebung ruhend, mit der sie beinahe zu verschmelzen schien.

Ein tiefer Atemzug durchbrach die bewegungslose Ruhe. Luthien schlug die Augen auf, fuhr sich mit einer Hand über das Gesicht und brummte unwillig. Seit mehr als einer Stunde nun versuchte sie sich auf ihre Meditation zu konzentrieren... erfolglos.
Dennoch war sie froh über diesen Ort, dieses Refugium so dicht an dem hektischen Treiben der Menschenstadt. Einen See gab es hier, verhältnismäßige Ruhe und den freien Nachthimmel über ihr.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:11

Anduriel, 14.04.2011

Mit einem leisen Seufzer ließ sich die junge Druidin rücklinks gegen eine der Säulen zurücksinken, die das Eingangstor am Aufgang des Smaragdzirkel-Quartiers bildeten. Ihr Blick folgte dem blauhaarigen Kaldorei mit dem Langstab auf dem Rücken, der sich mit ruhigen, aber zielgerichteten Schritten von der Enklave entfernte. Anduriel gewährte sich ein kurzes Lächeln. Das Training mit Aristar hatte ihr tatsächlich Freude bereitet, wie sie sich eingestehen musste. Zuerst hatte sich jede Bewegung, jeder Hieb mit dem Langstab ungewohnt und fremd angefühlt. Aber der Elf hatte ihr Zeit gelassen, war größtenteils in der Defensive geblieben und hatte abgewartet. Nach und nach war das Gefühl für diese Kampfkunst zurück gekehrt. Ihre Bewegungen waren fließender und präziser geworden.

Als Aristar ihre Angriffe schließlich konterte, waren die beiden Kämpfer in einen Tanz schneller Hiebe und Paraden versunken. Angriff und Abwehr, zuschlagen und zurück weichen. Die Umgebung hatte an Farbe verloren, als wäre sich vor dem Schauspiel zurück gewichen. Anduriel konnte im Nachhinein nicht genau sagen, wie lange dieser Kampf gedauert hatte. Irgendwann jedoch hatte sie gespürt, wie ihre Kräfte schwächer wurden, wie ihre Muskeln gegen die noch ungewohnten Bewegungen zu protestieren begannen. Der Tanz endete früher, als sie es gern gehabt hätte. Nun es würde nicht der Letzte gewesen sein.

Schmunzelnd fuhr sich die Druidin durch die nachtblaue Mähne und atmete entspannt durch. Stille hatte sich über die Enklave gelegt. Kaum ein Kaldorei war noch zu sehen. "Und auch keine Menschen mehr, ein Glück", brummte Anduriel leise zu sich selbst, in Gedanke an die beiden "Gäste" des Abends. Sie hatte die Menschen höflich aus der Enklave "geworfen", nachdem sich diese für ihren Geschmack doch etwas zu intensiv in den Gebäuden des Zirkels umgesehen hatten.

Genau in diesem Moment war Nick aufgetaucht. Abgemagert war der Gilneer gewesen und die dunkeln Schatten um seine Augen zeugten davon, wie wenig Schlaf er in letzter Zeit gefunden hatte. Er war aus Stormwind zurückgekehrt, weil er Hilfe benötigte. Hilfe, die Anduriel ihm ohne lange zu zögern zugesagt hatte. Was hatte sie sich nur dabei gedacht? "Allein seine innere Stärke kann ihm jetzt noch helfen. Ich bezweifle, dass man ihm dabei helfen kann." Die bloße Erinnerung an Aristars Worte brachte etwas in ihrem Inneren dazu zu rebellieren. "Er hat unrecht. Auch mir wurde damals geholfen. In einer ähnlichen Situation. Ich war dem Boden des Abgrundes näher, als er auch nur erahnen kann." Aber würde das ausreichen, um Nick helfen zu können? Sie wusste es nicht. Und trotzdem ... sie würde es versuchen. Sie musste einfach.
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:12

Luthien, 16.04.2011

Unruhig schritt die Kaldorei in ihrem Quartier auf und ab. Kurz blieb sie stehen, starrte mit angespannter Mine auf ein Bild an der Wand.

"Diese verdammte Warterei", knurrte sie leise und nahm ihre Wanderung wieder auf.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:12

Gaomee, 18.04.2011

Sie rannte. Schier endlos war der Weg, den ihre Schritte zu bewältigen hatten.
Endlos und steinig. Immer wieder stolperte sie, rang ihrem Körper unerschöpfliche Reserven ab.
Wie lange sie bereits rannte, wusste sie nicht. Ihre Glieder schmerzten. Ein stetiges Ziehen, dass mittlerweile zu einem Brennen geworden war. Ihre bloßen Füße waren wund gescheuert und doch setzte sie
diese immer wieder auf dem Untergrund auf. Einfach weiter, nur weiter. Keinen Moment innehalten, um darüber nachzudenken, was sie tat. Wenn sie anhielt, das wusste sie, dann würde sie nicht weitergehen können.

Vor ihr erstreckte sich eine Hügelkette. Sie erinnerte sich nicht daran, jemals hier gewesen zu sein und doch wusste sie genau, in welche Richtung sie sich wenden musste. Die Landschaft, die sie umgab, wirkte trist und abweisend. Keine Seele war hier zu erkennen. Die Bäume nur totes Geäst, keine Tiere, deren Gesang die Mutlosigkeit vertrieb, die sie immer mehr befiel. Der Wind war warm, aber unangenehm. Ein fauliger Geruch voller Tod und Verwesung schwang in ihm mit. Hier gab es nichts für sie.

Wieder strauchelte sie. Das Stechen in ihrem Kopf nahm zu. Der Durst schien ihr unerträglich, doch nirgendwo konnte sie ein kühles Nass entdecken, das ihr Linderung verschaffen mochte. Die Sicht vor ihren Augen verschwamm und sie fühlte die vertraute Welle von Angst in sich aufsteigen. Dunkelheit mischte sich in die grauen Eindrücke der Landschaft vor ihr, eine Dunkelheit, die endgültig schien. Heftig blinzelnd versuchte sie diese zu vertreiben. Sie wollte sehen, wollte nicht ohne Augenlicht sein.

Einen kurzen Augenblick wurde die Welt, die sie umgab, heller, dann verblasste sie zusehends und die Schmerzen, die in ihrem Kopf zu toben begonnen hatten, nahmen Überhand. Tastend hob sie die Hände. Sie versuchte sich durch ihr Gehör weiterzubewegen, doch ihre Beine wollten ihr nicht mehr gehorchen. Ihre Zehen blieben an einer Steinkante hängen und sie verlor das Gleichgewicht. Der Fall erschien ihr endgültig und der Aufprall auf dem Boden ließ einen Ruck durch ihren Körper gehen. Mühsam richtete sie sich auf, versuchte sich zu orientieren, doch um sie herum war es still.

Sie war allein.
Allein mit sich und der Dunkelheit, die nicht weichen wollte. Verzweifelt lauschte sie in die Leere hinein. Irgendjemand musste hier doch sein. Dort...war dort nicht ein Geräusch? Ihre Ohren zuckten angestrengt. Und wirklich. Leise klangen Schritte an sie heran. Es kam jemand.

"Wer...ist da?" Das Zittern in der Stimme konnte sie nicht unterdrücken.
Unsicherheit übermannte sie. Auf ihre Worte folgte nichts. Nur diese erdrückende Stille.
"Hallo?!"
Scham überkam sie. Das sie nicht einmal in diesem Moment Stärke bewies. Aber war sie es überhaupt: stark? War das nicht eine Fassade, die weitaus brüchiger war, als sie es zeigen wollte?

"Ich bin enttäuscht, Schwester Windherz!"

Sie sackte in sich zusammen, als sie die Stimme erkannte.
"Aber ich habe doch", begann sie mit brüchiger Stimme, nur, um von dem Sprecher vor ihr unterbrochen zu werden.

"Ihr habt aufgegeben! Habe ich nicht betont, wie wichtig euer Augenlicht ist? Wie konntet ihr es verlieren?"

Ja, wie konntest du es verlieren? Die bedauernde Stimme in ihrem Kopf gesellte sich zu der realen dazu und hallte in ihren Gedanken nach. Wie hatte sie es verloren? Sie hatte doch gar nichts getan. Es war einfach gegangen.

"Aber ich habe doch", versuchte sie erneut und brach dann selbst ab, als ein kurzes, eindeutig abfälliges Lachen ihre Worte begleitete.

"Seht ihr nicht, das es nicht genug war, Windherz. Wisst ihr, ich hatte Hoffnung, dass ihr gewachsen seid. Aber ich sehe, ihr seid immer noch ein Mäuschen...ein blindes dazu und ihr wisst, was die Natur mit Wesen wie euch tut."

Ein Hauch streifte ihre Wange und sie wich unwillkürlich etwas zurück. Der Sprecher musste direkt vor ihr stehen. Die Furcht wuchs. Ihr wisst, was die natur mit Wesen wie euch tut. Der Satz prägte sich in ihren Gedanken ein und ließ sie ein Wimmern ausstoßen.

"Ich bin nicht schwach...ich habe gelernt. Ich kann sehen..."
Ihre eigene Stimme klang schwach in ihren Ohren, doch sie konnte nichts dagegen tun.
"Ihr seid nicht fähig." Die Stimme des Elfen war direkt an ihrem Ohr.
Nicht fähig, nicht fähig, nicht fähig...

Gaomee schreckte hoch. Ihr Atem klang laut in der Stille des Verteidigerquartiers nach. Sie benötigte einen Augenblick, bis sie erkannte, wo sie sich befand und fühlte, wie Erleichterung sie durchströmte. Ein Traum. Nur vorgegaukelte Bilder. Sie richtete sich auf ihrem Lager auf. Die Arme eng um den Körper geschlungen, die Beine angezogen, starrte sie nach vorn und versuchte den stechenden Schmerz hinter ihrer Stirn zu verdrängen.
Tastend griff sie zur Seite und stieß den Becher mit kühlem Quellwasser um. Die kalte Flüssigkeit rann über ihre Finger und sie ließ diese einfach dort liegen.
Sie legte die Stirn auf die Knie und versuchte zur Ruhe zu kommen. Der herbe Geruch von Minze und anderen Kräutern drang in ihre Nase. Sie hatte etwas von dem Inhalt der Phiole auf ihre Stirn aufgetragen, so wie die ehrwürdige Schwester es ihr aufgetragen hatte. Doch der Schmerz war geblieben.
Sie hatte das Gefühl, nicht mehr klar denken zu können. Bisher hatte sie sich gesträubt die Priesterin um die starken Schmerzmittel zu bitten. Es musste doch auch so gehen.

Sie seufzte schwer. Vielleicht war es besser, doch den Schritt zu gehen und die Kräuter zu erbitten.
Nicht, dass der Traum Realität würde. Dumpf sah sie nach vorn. Allein der Gedanke daran, dass sie ihre neugewonnene Stärke verlieren mochte, ängstigte sie. Gerade erst hatte sie bewiesen, dass sie sich weiterentwickelt hatte und nun konnte sie nicht einmal helfen, obwohl die Einheit sie brauchte.
Energisch rieb sie sich über die Augen.

Sie würde nie wieder ein Mäuschen sein. Dafür musste sie sorgen. Und je schneller sie wieder auf den Beinen war, desto eher würde sie das beweisen können. Aber dafür brauchte sie die Kräuter...
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:13

Luthien, 19.04.2011

Nur ungern verliess sie die friedvolle Stille des Hains, der ihr wie eine Zuflucht und vertraut schien inmitten all dem sie umgebenden Fremden, dem Gestank und dem Lärm der Menschenwelt.

Ein letztes Mal liess sie Kal'Nor über der Lichtung kreisen, ehe sie abrehte und, getragen von den kraftvoll rauschenden Schwingen des Hippogryphen, den Ort endgültig hinter sich liess.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:13

Luthien, 21.04.2011

Dankend nickte sie Wollerton zu und nahm die Kanne entgegen. Auf dem Weg zurück zur Scheunne hob sie leicht den Deckel und sog tief den aromatischen Duft des darin befindlichen, dunklen Gebräus ein.
Ein Lächeln stahl sich in ihre Mundwinkel und leicht lüpfte sie eine Braue in dem erstaunten Gedanken, dass sie der Menschenwelt tatsächlich das eine oder andere Positive abgewinnen konnte. So hatte sie Gefallen an diesem seltsamen, etwas herben, aromatischen Getränk gefunden, dessen leicht anregende Wirkung sie durchaus angenehm empfand.

Sie nahm sich vor, sich die Zubereitung von Wollerton genauer erklären zu lassen, bevor sie in die Heimat zurückkehrten.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:13

Gaomee, 26.04.2011

Lächelnd strich sie mit den Fingerspitzen durch das seichte Wasser. Ihre Bewegungen ließen feine Wellen entstehen, die sich sternförmig in alle Richtungen von ihr fort ausbreiteten.
Ihre Gedanken schweiften ab, an das, was geschehen war und ihr Lächeln vertiefte sich. Manche Dinge kamen unauffällig und leise. Überraschend und doch nicht unangenehm.

Langsam erhob sie sich aus ihrer knienden Haltung und strich die dunkelgrüne Robe glatt. Das Rascheln der Blätter begleitete ihre Handlung.

Ihre mondlichtfarbenen Augen richteten ihre Aufmerksamkeit auf die schwebenden Motten, die ihren Tanz über dem spiegelnden Nass inmitten der Stadt vollführten. So friedlich dieser Moment schien, so Wärme spendend die Momente des Vortages, sie wusste, dass dieser helle Schein Risse voller lauernder Dunkelheit aufwies.

Sie kehrte dem See den Rücken und ging schnellen Schrittes zur Enklave zurück. Es gab viel zu tun. Manches, das längst hätte erledigt werden müssen. Anderes, das aus Mangel an Informationen nicht getan werden konnte. Sie sah die vertraute Silhouette der Druidin schon von weitem. Wie eine Statue stand sie am Aufgang, unbeweglich und die Mimik ließ erahnen, dass sie von düsteren Gedanken geplagt wurde.

"Astrya." Leise trat die junge Druidin neben ihre Freundin und wartete darauf, dass sie zu sprechen begann. Vielleicht vermochten sie ja nun etwas erreichen zu können.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:16

Tyradiel, 26.04.2011

Mit einem sanften Lächeln blickt der Druide hinter sich, er erblickt die Enklave. Ein Anblick der ihn mit Stolz und Zufriedenheit erfüllt. Der Blick wandert weiter durch die nahe Umgebung und durch die Stadt, viele Erinnerungen wandern durch den Geist des Druiden und vor allem jüngste lassen sein ruhiges Lächeln nicht von den Lippen weichen.

Berichte erreichten Tyradriel über die Vorkomnisse die die Einheit betreffen. Zu lange hat er sich von der Verfolgung des Diebes abgewandt. Auch wenn das Herz mit jedem Schritt schwerer wird den Tyradriel aus der Stadt hinaus macht, kann er nur wieder zurückkehren wenn wieder Ruhe und Sicherheit herrscht.

Das Schiff am Hafen von Darnassus ist bereits am auslaufen als der Druide durch die magische Pforte der Stadt tritt. Aus Gedanken gerissen, starrt er auf das startende Schiff und rennt wie vom Blitz getroffen los. Nach den ersten Schritten leuchten seine Augen für einen kurzen Augenblick auf und er legt die Händflächen aneinander. Einen mächtigen Satz den Hang hinab machend wandelt sich der Druide in einer fließenden Bewegung in einen mächtigen Säbler der geradewegs zum Spurt ansetzt.

Die Ankömmlinge blicken mit fragender Miene dem Säbler nach und rufen dem Schiffsleuten zu sodass sie doch halt machen sollen. Keiner der Rufe findet jedoch gehör und Tyradriel hetzt über die hölzernen Planken des Steges und setzt zu einen kraftvollen Sprung an. Er muss einige Meter überbrücken und landet trotz des steilen Winkels den er einschlagen musste sicher auf den Planken des Schiffes.

Mit schnellem Atem blickt er zwischen der Besatzung des Schiffes und den anderen Passagieren hin und her, die wohl völlig verblüfft waren von der Leistung des Druiden. Nach einer Minute des Luftholens glimmen die Augen des Druiden in der selben Art wie vor seinem Manöver leicht auf und er nimmt wieder seine Nachtelfengestalt an.

Kurz wechselt er Worte mit dem Kapitätn der sich wohl entschuldigen wollte, das Wetter macht ihm Druck und das Schiff musste ablegen. Ohne jeglichen Groll gegenüber der Mannschaft zu hegen blickt der Druide nun auf Teldrassil, welches von Minute zu Minute aus seinem Sichtfeld schwindet. Ein finsterer Schatten legt sich über das Gemüt des Druiden und er verfällt in tiefes Grübeln. Gerade als von Teldrassil nichts mehr zu sehen war, wandert ihm eine bekannte Stimme durch den Sinn und jener Schleier der die Miene des Druiden so ernst gestaltet hat, schwindet wie von der Brise der See getragen.

Sich seiner Rückkehr sicher wendet er seinen Blick von seiner Heimat ab und blickt in Fahrtrichtung. Mit seiner linken Hand zieht er einem Bericht der Aufseherin hervor und lässt seinen Blick über das geschriebene wandern. Als er die Informationen überflogen hat, rollt er den Bericht wieder zusammen und lässt ihn in seine Tasche zurückwandern.

Jenes Lächeln was seine Lippen beim Anblick der Enklave und tiefem Grübeln an die vergangenen Tage zierte findet nun wieder seinen Weg in die Miene des Druiden. Selbstbewusst und zuversichtlich schlägt er erneut den Weg nach Sturmwind ein.
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   24.10.12 11:17

Tyrr, 28.04.2011

"Lady" äffte er im Kopf nach. Die Menschen sind ein seltsames Volk, sie geben sich Titel die ihre Eltern hatten, statt eigene Spurren im Schnee zu hinterlassen, stampfen sie in den Spurren derjeniger die vor Ihnen waren.

Und dann dieses andere Weib welches ein Säblerbaby an der Leine hinter sich herzog als wäre es ein Spielzeug.

Nur noch ein paar Tage und ich kann nach hause...
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