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 Kleine Geschichten aus dem Zirkel

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Altra

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   04.04.13 18:08

Achaiah, 24.02.2013

Der Schnee kitzelte in meiner Nase und ich unterdrückte gerade noch einen Nieser. Halb auf den Bauch liegend schob ich mich durch die weiße Pracht, die es hier in Winterspring zur Genüge gibt. Seit drei Wochen bin ich wieder in meiner Heimat. Meine Mutter freute sich sehr, mein Vater nicht so. Er meinte ich würde meine Ausbildung zum Druiden damit behindern. Er war die ganze Zeit recht kühl zu mir, so kenne ich meinen Vater gar nicht. Trotzdem genoss ich es wieder Zuhause zu sein, bei meinen Eltern und in ihrer Obhut. Das fehlte mir irgendwie die ganze Zeit. Ich fühlte mich weniger unwohl als in Darnassus. Mein Unwohlsein hatte die letzte Zeit zugenommen und ich konnte nicht herausfinden warum. Ich fühlte mich fehl am Platz, war ich das vielleicht sogar?

Ich pirschte mich weiter heran, der Schnee knirschte leise unter meinen Pfoten, aber nur ich konnte es hören. Ich versuchte mich zu konzentrieren. Doch warum fiel es mir so schwer, meinen Platz in Darnassus zu finden? Beziehungsweise, meinen Platz in meinem Leben. Wo gehörte ich hin?
Ich schüttelte meinen Katzenkopf, das war nicht der Zeitpunkt für Selbstfindung. Ich wartete auf den geeigneten Augenblick und sprang. Das Rehkitz hatte keine Chance, aber das war schon seit seiner Geburt sein Schicksal. Kaum ein im Winter geborenes Kitz überlebt diesen auch, so wie dieses hier. Es starb gerade zwischen meinen Zähnen. Es würde eine gute Mahlzeit und Proviant für meine Reise in den Teufelswald abgeben. Ich zerrte es zurück zum Haus meiner Eltern.

Meine Mutter stand gerade dort in der Tür und verabschiedete einen Besucher. Der Mensch war zu uns gekommen, weil er einen Säbler haben wollte, doch keines unserer Tiere wollte ihn näher als nötig an sich heran lassen. Nun, reiste er endlich ab, hartäckig war er gewesen, dass muss man ihm lassen. Aber gebracht hat es ihm nichts. Ich verwandelte mich in mein Elfenselbst zurück und wischte mir das Blut vom Mund. Wir verabschiedeten ihn und ich begann das Reh zu häuten und zu zerteilen. Mein Vater kam dazu und lobte mich wieder. Er fand es gut, dass ich die Verderbtheit des Teufelswaldes studieren wollte. Endlich sei ich auf dem richtigen Weg, meinte er. Meinte er. Ich war mich dabei nicht so sicher, aber das Reisen machte mir Spaß und die Freiheit... die Freiheit machte mir noch mehr Spaß.

Ich hatte erkannt, dass ich nie wirklich frei war. Ich war mein Leben lang in der Obhut meiner Eltern gewesen und hatte mir selbst die Freiheit genommen und unter ihren Schützenden Flügeln gelebt. Jetzt aber, war ich frei und konnte gehen wohin ich wollte und wann ich wollte. Es war schön niemanden Rechenschaft ablegen zu müssen. Ich dachte an Tinnnurandir und dabei schnitt ich mir in den Finger. Während ich den Schnitt verband, grübelte ich warum ich ihn nicht vergessen konnte. Vielleicht weil wir uns ähnlich waren und unsere Freiheit brauchen und lieben.
Der Gedanke an ihn machte mich regelrecht traurig. Diese Traurigkeit hielt sogar bis zum nächsten Tag an, als ich endlich aufbrach. Als ich davon ritt wusste ich, dass ich die Beiden bald schon wieder vermissen würde, aber das war wohl einfach so. Ich würde sie immer vermissen wenn ich nicht bei ihnen bin.
Tinnurandir vermisste ich auch, wo er nur war? Und meinen Bruder... ob ich die Beiden je wieder sehen würde?
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   04.04.13 18:08

Thanris, 01.03.2013

Ich verabschiedete mich von den beiden Kal’dorei mit einem sachten Nicken und einer gemurmelten Verabschiedung. Eine seltsame Nacht, in der sich so viel Unerwartetes ergeben hatte. Nicht nur, dass meine Füße mich gerade zu dieser Stunde nach Karnuum’s Lichtung getragen hatten, sondern auch, dass sie gerade zu diesem Zeitpunkt dort gewesen waren. Ich hatte Altra bereits aus einiger Entfernung gesehen, war mir doch zumindest ihre Gestalt und ihr Name vom letzten Mondfest im Gedächtnis haften geblieben. Und jetzt, bei unserem unerwarteten Wiedersehen, hatte das Eine zum Anderen geführt.

Mit langen Schritten durchmaß ich jetzt die Lichtung und bog schließlich ab, um mir ein kleines Lager am Rand zu suchen. Weder das winzige Gasthaus, noch die anderen Behausungen übten einen Reiz auf mich aus, sodass ich die Natur vorzog. Die Nacht war lau und die breiten Fächer der um mich ragenden Vegetation würden die Sonne später für einen kurzen Schlaf gut abschirmen.

Nun, Schlaf konnte ich gebrauchen. Morgen würde ich also 'die anderen' – innerlich zählte ich ihre Namen auf und glich Gesichter, getragene Waffen, zur Schau gestellte Berufungen oder auffällige Details mit meinen Erinnerungen ab – auf diesen Angriff begleiten. Ich fühlte weder Aufregung, noch Freude darüber aufsteigen, dass ich morgen mein Leben dafür riskieren würde einem Haufen Fremder auszuhelfen…und gleichzeitig den Befehl aus der Mondfederfeste zu komplettieren. Trotzdem fügte ich mich den Wegen, die sich faszinierender Weise so offen für mich aufgetan hatten. Immerhin hatte ich Schwester Sommereiche nicht umsonst auf diesem Mondfest angesprochen, immerhin hatte ich Felah nicht umsonst dezent in die Richtung der anderen Kal’dorei gestoßen, immerhin hatte ich nicht umsonst darauf gedrängt, dass die beiden Frauen sich verabredeten und näheren Kontakt miteinander aufbauten. Das alles lief, als wäre es von langer Hand sorgfältig geplant, obwohl ich nur die ersten Weichen dafür eingestellt hatte.

Ich hob die Schulter an, wie um mir selbst zu beweisen, dass es mich nicht sonderlich interessierte. Man würde abwarten müssen. Sehen, was sich ergab…und dann, vielleicht…
Ich schüttelte den Kopf. Es half nichts, jetzt zu planen. Jedweder Plan für die Zukunft setzte voraus, dass wir alle morgen keinen grausamen Tod starben. Ich brummte missgelaunt. Wunderbare Aussichten. Am Besten noch in dieser verdammten Höhle. Wenn ich an etwas schlechte Erinnerungen hatte, dann waren es verdammte Höhlen!

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   04.04.13 18:09

Luthien, 15.03.2013

Sie sass auf dem noch sonnenwarmen Holz des Stegs, liess die Beine baumeln und schaute hinunter in die Wasser des Elune'ara, welche in dieser sternenklaren Nacht so ruhig waren, dass die Oberfläche ihr Antlitz zurückwarf, so klar beinahe wie ein Spiegel.

Nachdenklich betrachtete sie ihr Gesicht, das ruhig wirkte und ernst. Die zeitlosen Züge schienen ihr härter, als sie es gewesen waren. Wann war das geschehen? Tief atmete sie ein. Was spielte das schon für eine Rolle?

Die kleine Kaldorei streckte den Rücken durch und erhob sich langsam, um sich erneut zu strecken und den Kilt glatt zu streichen. Sie wandte den Kopf und ihr Blick wanderte voraus. "Zeit für meinen Besuch.", murmelte sie und setzte sich in Bewegung.

Wie schon so viele Male zuvor wanderte sie über den Steg, vorbei an dem großen Gebäude und weiter in Richtung von Blutmond's "Lazarett für schwere Fälle". Wie jedes Mal, fühlte sie diese leichte Anspannung, in der sie sich fragte, ob sie den, den sie suchte noch vorfinden würde. Wenn nicht... wenn die gütige Mondmutter ihn doch an das Firmament gerufen hatte... würde sie trauern oder sich freuen, dass seine Qual nun endlich ein Ende hat?

Der große Taure am Eingang nickte ihr einen gutmütigen Gruß zu, den sie mit einem kleinen Lächeln erwiderte. Kurz blickte sie zum Balkon hinauf, dann atmete sie tief durch und betrat das stille Gebäude.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   04.04.13 18:09

Calysta, 26.03.2013

Der Mond stand hoch in dieser wolkenlosen Nacht und die Kaldorei betrachtet das Spiegelbild im Wasser genau. Ihre Hand ging an ihr Gesicht und berührte die noch leicht geschwollenen Wangen. Die neue Zeichnung und der kurze Schnitt der Haare hatte ihre Erscheinung schon deutlich verändert. Es gefiel ihr, es passte genau zu dem was sie fühlte. Diese Tätowierung würde sie nun ihr Leben lang begleiten und sie immer an einen wichtigen Schritt in ihrem Leben erinnern. So wie ihre erste Gesichtzeichnung ein Ausdruck für eine Entwicklung war, so war diese es wieder.
Der Wind zog leichte Wellen auf das Wasser und das Spiegelbild, verzerrte ein wenig die Züge die es wiedergab.
„ Ein langer Weg, ich stehe am Anfang und erst wenn ich das Ende erreicht habe, werde ich wissen wo es mich hingeführt hat und dann wird vieles auch klarer werden“

Sie schloss kurz die Augen. um Erinnerungen abzurufen und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht. Ja, es war ein gutes Gefühl was sich dabei einstellte, es fühlte sich selbst bestimmt an. Es war ihr Wille und ihre Entscheidung, auch wenn sie Denkanstösse erhalten hatte.
Sie entschied darüber, welchen Weg sie nun gehen würde, sie entschied darüber ob dieser Weg Freude oder Leid bedeutete. Die letzten Fesseln eines Pflichtgefühls, zu einer der wichtigsten Personen in ihrem Leben hatte sie nun abgestreift.
Ihr eigener Wille und sie wusste, dass er ihr auch gefährlich werden konnte, würde ihr helfen Veränderungen zuzulassen. Die Stimme ihres Körpers hören und zu beachten, dies würde sie lernen. Und dies alles würde dazu führen sie zu einer noch besseren Kämpferin machen. Noch ein Stück der Perfektion näher bringen, die sie so sehr für sich beanspruchte.

„Ich werde Qualen und Leid erleben, darauf habe ich mich nun eingelassen. Ich werde diesen Tag verfluchen und mir wünschen das ich es nie getan hätte“.

Die Lichter funkeln amüsiert auf und das Spiegelbild zeigt es ihr zurück. Ein helles Lachen erklingt auf einmal und sie schaut zum Firmament.

„Oh Mutter Mond, wäre hätte gedacht, das mir diese Beiden dabei helfen würden.“
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   04.04.13 18:10

Anushor, 31.03.2013

Missmütig schüttelt er den Kopf, nein die Informationen sind nicht ausreichend. Er wird wohl nicht darum herumkommen, doch die Reise vornehmen zu müssen. Zu wenig genaue Details gab es von dem Wassergebiet in Tausend Nadeln. Die Information des taurischen Bruders das die Haipopulation dort zu hoch sei, beruhte auf ungenaue Angaben - eine Aussage von goblinischen Schatzsuchern. Dies war eine Informationsquelle, der er keinem Glauben schenken konnte.
Aber es war ein neues Gebiet, was nun unter der Obhut der Druiden des Wasser lag und wenn die Natur es nicht schaffte das Gleichgewicht zu finden, mussten sie vielleicht helfend eingreifen. Aussserdem könnte er dann gleich eine Unterwasserkarte des Gebietes anfertigen und dem Zirkel zur Verfügung stellen.
Er würde eine Weile nicht in Darnassus sein und der Einheit nicht zur Verfügung stehen, aber es sah ja zur Zeit so aus, das kein Kampfeinsatzt bevorstand.
"Ich werde meine Vorbereitungen treffen und überlegen was ich benötige" ging es ihm durch den Kopf. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht und ich werde einen Stopp in Lor`danel einlegen auf eine Tasse Tee.
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   04.04.13 18:10

Altra, 04.04.2013

Altra starrt auf den Zettel, der für die Shan'di und Aufseher am Schwarzen Brett der Einheit hängt.

Zitat :
Ich werde für eine unbestimmte Zeit der Einheit nicht zur Verfügung stehen.

Die Shandis und die Aufseher mögen bitte entschuldigen, die Angabe des Grundes ist mir zur Zeit nicht möglich. Ich kann aber versichern, das es den Zielen und Aufgaben des Zirkels nicht schadet.

gez.

Calystâ Mondschatten

Calysta. Die Pflichtbewusste. Und sie verschwindet einfach ohne jemanden persönlich zu informieren? Elune stehe ihr bei, wenn sie wieder zurückkehrt. Weder die Shan'di noch die Aufseherin werden ihr das so durchgehen lassen. Die junge Druidin schüttelt den Kopf.

Nein... Es muss etwas wirklich Schlimmes passiert sein. Aber was? Ist etwas mit ihrer Schwester passiert? Oder ist der Streit mit Felah aus dem Ruder geraten? Ich werde mich erkundigen müssen.

Ich muss sie suchen gehen. Aber mit der Erlaubnis von Shan'do Malagar.
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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:22

Altra, 08.04.2013

Meine Schwester. Meine Freundin. Diejenige, auf die ich mich verlassen kann. Verlassen. Im Kerker. Und Er... Er, der unsere Einheit in Feralas verlassen hatte, wird nur mit ein paar harten Worten abgestraft?

Ich muss vertrauen. Ich muss in den Zirkel vertrauen, in die Shan'di, in die Aufseherin. In ihre Gerechtigkeit. Das sie mit einerlei Mass messen.

Aber das Verlies? Ein Kerker? Ohne die Sterne? Ohne den Wind? Ohne Freiheit?

Elune schütze sie. Cenarius hüte sie.

Calysta

Schwester

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:23

Luthien, 09.04.2013

Das geflochtene Holz des Schaukelstuhls knarrte leise, als sich die kleine Kal'dorei darin niederliess. Mehr unbewusst verfiel sie in eine leichte Wiegebewegung, während sie über den dampfenden Tee pustete und der weißgoldene Blick fokuslos in die Ferne schweifte.

'Das ist so gerade nochmal gut gegangen.' Sie empfand Mitleid für die hart Gestrafte und ein gewisses Verständnis, doch auch die Enttäuschung und ihr Ärger über diese hanebüchene Dummheit waren immer noch präsent in ihr. Ausgerechnet Calysta! Was hat sie sich nur dabei gedacht? Prüfung hin oder her...war diese Sache wirklich so wichtig? Warum? Und waren die äußerlichen Veränderungen, die man in den letzten Wochen an der Verteidigerin beobachten konnte doch nicht so harmlos, wie sie zunächst angenommen hatte? Hatte die Transformation einen tieferen Anlass?

Der Tee rann wohltuend ihre Kehle hinab und für einen Augenblick schloss sie die Augen... nur um sie gleich wieder zu öffnen, als das Bild des Kal'dorei in ihr aufstieg. Winteratem. Sie verengte die Augen und nahm einen weiteren Schluck Tee. 'Aus dir werde ich auch nicht recht schlau... noch nicht.'

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:23

Mandovar, 13.04.2013

Das Pergament glitt aus seiner Hand auf den rauen Holztisch. In einer minimalistischen Bewegung griff dieselbe Hand nach dem Becher Mondbeerensaft, den er zuvor dort abgestellt hatte. Langsam, fast träge wandte er sich um und trat an den Eingang der Hütte und in die Nacht hinaus.
Der klare Nachthimmel tauchte die große, breitschultrige Gestalt in ein silbriges Zwielicht. Ein leichter Wind strich wohltuend über die dunkle Haut und trug ihm die Gerüche und Geräusche der Mondlichtung entgegen. Tief atmete er und liess den Blick über den Himmel wandern. Seine Gedanken kehrten zu dem Brief zurück.

Grüße Bruder,

da mich verschiedene Angelegenheiten derzeit von unserer Heimat fernhalten möchte ich Euch gerne meine Schülerin Luthien Nachtfeder für eine gewisse Zeit überantworten. Ihr sollt nicht direkt ihre Ausbildung fortführen aber ihr mit Eurem Wissen zur Seite stehen. Da ich häufiger außerhalb unserer Wälder zu tun habe, brachte ich ihr bei ihr Studium in weiten Teilen selbstständig zu vertiefen, allerdings wäre ein Anlaufpunkt für Fragen und Unterstützung in komplizierteren Angelegenheiten durchaus nützlich.

Sie ist jung und folgt diesem Weg erst seit relativ kurzer Zeit, aber sie ist wissbegierig, einsichtig und lernt schnell. Ihre Heilfähigkeiten sind, gemessen an ihrer Ausbildungszeit, erstaunlich gut entwickelt. Sofern sie sich nicht an neue Dinge heranwagt, sollte sie sich in diesem Bereich weitestgehend alleine zurechtfinden.

Vor kurzem erlernte sie die Säblergestalt und erprobt sich in dieser seit etwa eineinhalb Jahren. Ich konnte mir noch nicht selbst über all ihre Fortschritte dahingehend ein Bild machen. Vielleicht könntet Ihr Euch das selbst einmal ansehen.

Zuletzt arbeiteten wir am Aspekt des Bären. Eine Aufgabe, die ihr sichtlich schwer fällt. Sie verbrachte einige Zeit in Feralas, um ihr Verständnis für diesen Aspekt zu erweitern. Von der Wandlung ist sie noch weit entfernt. Daran möchte ich gerne selbst mit ihr arbeiten.
Ebenso bitte ich Euch, keinen vollkommen neuen Bereich der Ausbildung mit ihr zu begehen. Es ist nicht gegen Euch, aber Ihr kennt mich - ich verfolge in diesen Dingen einen eigenen Weg.

Ich danke Euch im Voraus für Eure Unterstützung und werde mich spätestens bei meiner Rückkehr wieder mit Euch in Verbindung setzen.

Hochachtungsvoll
Tyradon Hainläufer



‚Musstest du dir ausgerechnet mich aussuchen, Bruder?‘, dachte er mürrisch, um gleich darauf die Mundwinkel zum Ansatz eines ironischen Lächelns zu verziehen. ‚Ja, das sieht dir ähnlich Hainläufer.‘ Die langen, buschigen Brauen zogen sich über den bernsteinfarbenen Augen leicht zusammen. Nachtfeder. Wie lange war es her, dass er diesen Namen gehört hatte? Er schnaufte aus. ‚Du wirst alt, Wolf‘.

Seine Linke hob den Becher an die Lippen und das Muskelspiel der Bewegung liess die tribalartige Zeichnung, die seinen Oberarm überzog, für Momente fast lebendig wirken. Er nahm einen tiefen Schluck. ‚Ansehen kann ich sie mir ja mal.‘

Mit einem letzten Blick zum Nachthimmel wandte er sich um und ging in die Hütte zurück.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:23

Altra, 15.04.2013

Altra beisst sich auf die Innenseiten der Wangen, um nicht in schallendes Gelächter auszubrechen. Ihre Mundwinkel zucken, aber hoffentlich fällt das der Gnomin vor ihr nicht auf.

"Helft mir, Frau Naturmag... Druidin. Ich werde von einer Bestie verfolgt. Mit Fängen und Klauen."

Die Jungdruidin schaut auf das Tier hinter der Hilfesuchenden. Ja, die Zähne sind recht groß und hervorstehend. Und es reicht einem Gnom bis zu den Oberschenkeln, wenn es aufrecht sitzt. Wahrlich eine Bestie.

Altra hockt sich hin und betrachtet das Monster. Mit einem ernsten Gesicht wendet sie sich dann an die Gnomin.

"Habt Ihr Nüsse oder Eicheln gesammelt?" "Ja, für Forschungszwecke."

"Dieses Tier lebt von ihnen, gebt ihm ein paar und es wird Euch in Ruhe lassen."

Die Gnomin gehorcht und legt ein paar Nüsse auf den Boden, um, als sich das Tier auf die Nüsse stürzt, sofort zurück zu weichen. Ein kurzer Abschied und sie rennt.

Altra bricht, als sie in sicherer Entfernung ist, in schallendes Gelächter aus. Das Eichhörnchen knabbert während dessen glücklich an seinen Nüssen.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:24

Hillaria, 15.04.2013

Nachdenklich saß Hilla auf der Bank ließ die Beine baumeln und betrachtete den Tempel. Ob sie jemals wieder hinein kommen würde. Wer hätte den wissen können das die Lichtmagierin dort und ihre Wächterinnen so komisch auf ein wissenschaftliches Experiement reagieren würden.

Die Naturmagierin gestern war da sehr viel freundlicher gewesen. Sie hatte ihre letzten Nahrungsvorräte geopfert um die wilde Bestie zubesänftigen die sie verfolgt hatte um ihre botanischen Proben zuplündern.

Wenn Hilla gewusst hätte das es an einem zivilisierten Ort wie diesem so viele wilde Bestien unkontrolliert rumlaufen würden sie hätte einige Wächterbots mitgenommen um sich zuschützen. Aber alle hatten gesagt das sie auf Magie und mechanische Hilfsmittel verzichten solle um die Einwohner nicht durch überlegene Technologie zu erschrecken.

Welch ein Desaster von wilden Bestien ausgeraubt, aus dem Tempel verbannt und keinen Schritt weiter gekommen in ihrem Studium der Lichtmagie. Vieleicht sollte sie zur Exodar weiterreisen, bestimmt würde man dort aufgeschlossener gegenüber ihrem Anliegen sein.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:25

Altra und Calysta, 21.04.2013

Die folgende Nachricht wird im Quartier der Verteidiger für Calystâ Mondschatten hinterlegt.

~~~~~~~

Elune adore, Schwester,

es scheint, als würde dein Wunsch erfüllt werden, dass ich Abstand zu Dir halte. Saladir Silberpfeil hat um einen Heiler gebeten, der seine Soldaten in erster Hilfe ausbildet. Shan'do Malagar hat mich gefragt, ob ich damit einverstanden wäre. Ich will ehrlich sein, ich lasse dich ungerne alleine und auch die letzten Ereignisse machen mir Sorgen. Aber Silberpfeil schrieb, dass sie zwei der eigenen Heiler bei Einsätzen verloren hatten und somit dringend Hilfe benötigen. Ich kann mich diesen Ruf nicht entziehen und werde daher morgen im Laufe des Tages aufbrechen.

Es gibt soviel, worüber ich noch mit dir reden möchte, was Papier nicht ausdrücken kann. Pass auf dich auf, Schwester und möge Elunes Licht dich leiten.

Ande'thoras-ethil,
Altra

~~~~~~~

Calystas Lichter gleiten über die geschriebenen Worte und ihr Herz zieht sich zusammen. Altra würde für eine längere Zeit nicht da sein, die einzigste, die ihr mal ein Lächeln schenkte. Es war, als würde sich die Dunkelheit noch einmal tiefer über sie senken.

Aber Saladir brauchte sie und das war wichtiger!

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:25

Luthien, 01.05.2013

Das Meer zog unter ihr dahin und das Licht der späten Abendsonne brach sich glitzernd auf der ruhigen Oberfläche. Der gleichmäßige Flügelschlag Kal'Nors trug sie voran.

Vor ihr erhob sich die eindrucksvolle Silhuette des riesigen Baumes, der ihrem Volk in den letzten Jahren - trotz aller Kontroversen - gleichermaßen zur Heimat, wie zur Zuflucht geworden war.
Ein sachtes Lächeln huschte über ihre Lippen. Ihr Blick wanderte über Stamm, Ast und Blattwerk. Heimat? Fast schmerzhaft zog sich für Momente etwas in ihrem Innern zusammen, im Gedanken an das Eschental, die Silberwindzuflucht und das Lächeln erlosch.

Wehmut stahl sich in die weißgoldenen Lichter, als das Bild eines anderen Baumes in ihr aufstieg, während ihr Blick weiter auf dem rasch näherkommenden Teldrassil ruhte. So viele Hoffnungen lagen auf ihm, gerade jetzt, nachdem zumindest Alextrasza und Ysera ihren Segen gewährt hatten. Doch noch immer kämpfte man mit Resten von Verderbnis, die sich hartnäckig festgesetzt hatte und aller Fortschritte und seiner majestätischen Größe zum Trotze, blieb Teldrassil doch nur ein Schatten.

Ein schwacher Abglanz des ersten und einzigen Weltenbaumes, den sie im Innersten je gekannt hatte. Nie hatte sein Substitut dessen Reinheit und Erhabenheit besessen, nie die Bedeutung erlangt, noch den Platz in den Herzen ihres Volkes, den Nordrassil bis heute inne hatte.

Wie nichts anderes stand Nordrassil für den Kampf der Kal’dorei um das Überleben. Groß war sein Opfer, viel hatte er verloren, doch aller Zerstörung zum Trotze, lebte er. Lange würde es dauern, viele Jahre würden ins Land gehen, doch seine Kraft kehrte zurück. Seine Wurzeln reichten tief und waren stark. Der große Baum würde heilen und sich erholen und mit ihm das Volk, dessen Seele er repräsentierte.
Ehrfurchtsvoll kreisten ihre Gedanken um den altehrwürdigen Weltenbaum und fühlten der Hoffnung und Zuversicht nach, die dessen voranschreitende Genesung mit sich trug.

Luthien erschrak fast, als Kal’Nor einen lauten Ruf ausstieß. Sie kreisten über Ruth’theran. Sie legte eine Hand an seinen Hals und der große Hippogryph setzte zur Landung an.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:26

Asaciel, 09.05.2013

Die Vorbereitungen waren getroffen, die Rekruten hatten ihre Aufgabe abgeschlossen. Alle Zutaten waren beisammen und zu ihrer Zufriedenheit verlief alles ohne Zwischenfälle.
So machte sich Asaciel mit ihren Rekruten auf den Weg zurück nach Darnassus.

Bewusst hatte sie sich ein einfach herzustellendes Gift ausgesucht. Betäubunsgift. Ihr persönlicher Favorit und äußerst nützlich. Fenaris und Shyella teilten die Herstellung gut untereinander auf, wenn auch unter Anweisungen von Asaciel. Diese nickte zufrieden, als eine recht düstere Gestalt das Zimmer betrat. Den Wortwechseln nach zu Urteilen, gab er eine Bestellung auf. So ließen zumindest die Fetzen vermuten, die sie mitbekommen hatte.

Die Gestalt zog die Kapuze herunter und Asaciel konnte ihren Blick nicht mehr lösen. Irgendetwas Vertrautes lag auf diesem Elfen. Natürlich blieb der Blick nicht verborgen.
Das Gift war fertiggestellt und in Phiolen abgefüllt. Sie entließ die Rekruten mit weiteren Anweisungen und widmete ihre Aufmerksamkeit dem Elfen zu.

Sie merkte schnell, das es nicht einfach war, sich mit diesem Kerl zu verständigen. Ebenso hielt sie, selbst für dieses kurze Gespräch, seine Denkweise für zu engstirnig. Wäre er nicht der Bruder von Saladir Silberpfeil, hätte sie das Gespräch vermutlich schon früher abgebrochen.

Bevor sie weiteres erwähnen konnte, machte sich der düstere Zeitgenosse bereits auf den Rückweg. Wohin auch immer. Nun konnte sie nur hoffen, das die Grüße Saladir erreichen würden und sie eine Antwort erhalten würde.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:26

Rosella, 15.05.2013

Auch Druiden werden nicht immer von den Abgründen der Gesellschaft verschont oder der Notwendigkeit, sich mit den Personen im Schatten abzugeben....

~~~~~~~~
Die Hafenrose

Rosella lehnt sich gegen die Kaimauer am Hafen und schaut über das Meer. Das war heute ein interessanter Abend gewesen. Sie würde ihn feiern, in dem sie den restlichen Tag frei nehmen würde und sich in einem der Gasthäuser der Stadt einmal selber bedienen lassen könnte.

Wie ungeschickt der Nachtelf sich angestellt hatte. Auf der offenen Straße um Informationen bitten... und dann mit DIESER Beschreibung. Wirklich, sie war kaum die einzige Frau in Beutebucht, deren Haar dunkel, deren Augen blau und deren Haut gebräunt war, auch wenn Rosella ihre Haare gefärbt hatte. Sie war ja kaum die Einzige, die solche Tricks nutzte. Und Reinhold... Den kannte jede Frau der Zunft und noch ein paar mehr. Der war auch herumgekommen. Wo er wohl war? Er war rau gewesen. Sie hatte oft genug das Bett mit blauen Flecken oder Bissspuren verlassen. Aber er hatte gut bezahlt. Das war das Wichtigste.

So, wie dieser Elf gut gezahlt hatte. Schade nur, dass er sich mit Geld und den Preisen für Vergnügungen so gut auskannte. "Und ich hatte immer gedacht, Nachtelfen leben im Wald ohne zivilisierte Vergnügungen." Der blauhaarige Hüne hatte eindeutig schon öfter mit ihren Zunftgenossinnen zu tun gehabt. Wie schade, dass sie nicht herausgefunden hatte, ob er überall so... gut gebaut war. Und was man so im Wald des Nachts trieb. Es wäre sicher lehrreich gewesen und ein sehr schönes Gesprächsthema, mit dem sie hätte angeben können. Andererseits... *sie lächelt in sich hinein.* "Wer soll schon wissen, dass er nur Informationen von mir wollte? Ich werde schon etwas zu erzählen haben." Konnten Nachtelfen sich nicht verwandeln? oder nein... Sie konnten Pflanzen wachsen lassen. Oder... Ihr würde schon etwas einfallen. Hübsch war er ja gewesen, wenn man die Ohren und Zähne außer acht liess und dieses Haar... so exotisch.

Von dem Geld, dass er ihr gegeben hatte, könnte sie eine Nacht alleine schlafen. Eine Nacht? Eine Woche. Vielleicht länger, wenn sie vorsichtig war. Das wäre eine Erleichterung.

Schritte nähern sich und sie hebt den Kopf. Ein Seemann, der Kleidung nach ein Offizier, lächelt auf sie herab. Im rechten Ohr funkelt ein Ohrring. Echtes Gold, wenn sie ihr Blick nicht trügt. Auch ihre Augen funkeln und sie lächelt verführerisch zu dem Mann empor.

Nein. Keine Pause. Sie würde nicht immer jung und verlockend bleiben. Jedes Kupferstück, dass sie sparen konnte, würde ihr eines Tages ein anderes Einkommen ermöglichen. Ein Schrei ertönt aus einer Gasse. Keiner der Männer und Frauen auf der Straße schaut sich um. Vielleicht. Wenn sie Beutebucht überlebte...

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:28

Altra, 21.05.2013

Altra lehnt sich gegen den Baumstamm und schaut über das Wasser, während sie ihre Gedanken schweifen lässt.

Luthien hatte irgendwie Recht. Waren sie alle von wilden Gnomen gebissen worden?

Liasin, die Gifte an der eigenen Person ausprobierte.

Silberpfeil und Blattglanz, die sich wegen Calysta schlugen. Was für einen Grund gab es dafür bitte? Traute keiner der beiden Calysta zu, irgendwelche Probleme selber aus der Welt zu schaffen? Nun ja... nach dem ganzen Ärger in der letzten Zeit, neigte Altra fast dazu, ihnen zuzustimmen. Sie hatte nicht einmal bemerkt, dass das Ganze auch sie beeinflusste.

Silberpfeil, der verzweifelt versuchte, eine tote Mutter stolz zu machen und sich deshalb zum Werkzeug in der Hand jedes machte, der ihn benutzen wollte. Auch eine Möglichkeit, die Verantwortung für das eigene Tun zu leugnen. Und vermutlich würde er aus allen Wolken fallen, wenn er merkt, dass das nicht immer funktionieren würde. Sie hatte ihn gewarnt. Hoffentlich würde er die Lektion lernen, wenn die Konsequenzen nicht zu hart sind.

Und darüber immer noch das Problem mit der unbekannten Feindin des Zirkels. Shan'do Malagar hatte sie gebeten, sich Gedanken zu machen, aber was sollte sie mit den spärlichen Informationen anfangen?

Vielleicht war die Gegnerin die Magierin, die ihnen vor einem halben Jahr im Steinkrallengebirge entkommen war. Wurde sie im Gesicht verwundet? Vielleicht. Sie würde diejenigen fragen müssen, die mehr gesehen hatte. Aber ein Mann, ein Magier, war gestorben. Ihr Geliebter? Und sie war in den Nether entkommen. Krallen? Dämonen hatten Krallen und lebten im Nether. Aber das war vermutlich zu viel Spekulation

Und der Turm... Karazhan? Unwahrscheinlich. Sicherlich würde der Turm irgend etwas mit der Feindin zu tun haben. Vielleicht die Türme in Aszhara. Weit genug war die Reise ja. Flügel verkürzten sie, aber es war immer noch eine lange Fußreise.

Und sie wollte gefunden werden, um Rache zu nehmen. Sicherlich würde sie dann ein Ziel wählen, dass auch Kaldorei bekannt sein würde, die ihr Leben in Kalimdor verbrachten.

Altra seufzt

Oder auch nicht. Immerhin hatte die Reise schon ins Schlingendorntal geführt und was hatten Kaldorei dort zu suchen? Zu wenig Informationen. Sie würde bei der Versammlung nichts Nützliches beitragen können.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:29

Tigeraugenabenteuer, 10.06.2013

Sie hatte sich grade gewaschen und geputzt und war ziemlich zufrieden mit sich und der Welt. Sie lag zusammengerollt da, an einem kleinen, sonnenbeschienenen Fleckchen. Es war angenehm warm, und hier würde sie liegen bleiben, bis die Sonne weitergewandert war, und sie komplett im Schatten liegen würde.
Die Augenlieder waren halb geschlossen, und so liess sie, halb schlummernd, halb wach, den Tag noch einmal revue-passieren.

Sie hatte heute ihren ersten Vogel gefangen und getötet. Den Kopf hatte sie als Trophäe ganz stolz nach Hause gebracht. Aber der Elf, der ihnen sonst immer das Fressen brachte, hatte ihn nur lächelnd weggetan.
Sie hätte schon eine Belohnung erwartet!
Ihr erster Vogel!! Zumindest eine ordentliche Streicheleinheit ... aber neiiiiin....

Naja zumindest hatte der Piepmatz geschmeckt, und ihre Mama hatte tatsächlich zufrieden geschnurrt und hatte sie stolz angeguckt. Das war gut so.
Sie hatte ohnehin die besten Mamas der Welt! Jawohl!
Da war die grosse Schwarze. In der Nacht durfte sie sich immer an sie kuscheln und gemeinsam schnurrten sie beide dann um die Wette bis beide eingeschlafen waren. Und am Tag spielten sie miteinander.
Auch wenn die schwarze Mama manchmal ein wenig streng sein konnte. Das fand sie oft unfair, aber es wird wohl schon seinen Sinn haben, dachte sie so vor sich.

Dann war da noch die andere Mama, die zweibeinige. Die war immer für Spiele und Schabernack zu haben. Einmal hatte sie einen netten Vierfüsser dabei, einen mit so einer weissen Schwanzspitze und rötlichem Fell, der roch so gar nicht nach Katze. Aber er war so ein super Spielkamerad, dass sie ihn schnell ins Herz schloss.

und die andere Mama hatte ihn dann mal ins Wasser geschubst, und dann hatte er sie ins Wasser geschubst, und alle drei hatten furchtbar lachen müssen ob der wilden Tollerei.
SIE hasste ja Wasser. Nur trinken tat sie es gern, aber Baden ... nein, das mochte sie nicht.

Am liebsten hatte sie es, wenn sie mit beiden Mamas und ihren Brüdern spielen und herumstreunen konnte, das war immer sehr lustig. Sie konnte es kaum erwarten grösser und stärker zu werden, um mit den beiden Jagen zu gehen. Sie liebte die Jagd, und sie war eine begnadete Jägerin. Viele Mäuse und Fliegen und Motten hatte sie schon gefangen, sogar ab und zu einen Schmetterling, und heute eben auch diesen Vogel.
Sie fragte sich, ob sie eines Tages wohl mal so ein Urtum ....
Aber .... die schienen recht stark. Sie hatte ein bisschen Angst vor diesen Urtumen. Die guckten immer so grimmig und ... sie glaubte nicht, dass die Urtume es schätzten, wenn sie ihre Krallen an ihnen wetzen würde.
Dabei waren ihre Krallen doch total schön und so scharf ... fand sie.
Freilich wusste sie nicht, dass Urtume Urtume heissen. Für sie waren das einfach Riesenbäume die Laufen können. Wenn sie wollen. Was sie nicht immer tun. Die waren manchmal so lange auf einem Fleck ... das konnte sie nicht verstehen.

Sie hatte auch eine Freundin. Eine ganz weisse Elfe, so weiss wie sie. Mit der spielte sie auch gern. Die konnte ganz besonders toll streicheln.
DIE hätte sich sicher total über den Vogelkopf gefreut. Ja ... beschloss sie da grade ... sie würde das nächste mal der weissen Elfe einen Vogelkopf schenken. Vielleicht sogar einen ganzen Vogel?

Als die Sonne sich hinter den Blättern versteckte, trottete sie in den Wald hinein.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:29

Luthien, 23.06.2013

Dampfend wallte der Tee auf, als sie ihre Tasse damit befüllte. Sie blähte die Nasenflügel, sog tief den Duft der würzigen Waldkräuter ein. Ein kleiner Klumpen Honig fand den Weg in die Tasse und begann augenblicklich sich in der heissen Flüssigkeit aufzulösen.

Sie nahm die Tasse auf, wandte sich um und ging langsam zum Balkon hinüber. Dabei streifte der weißgoldene Blick kurz durch das Quartier. Über die Leinen, an denen unzählige Kräuterbüschel zum Trocknen hingen, die Sitzecke, wo sich auf Tisch und in Regalen sowohl dutzende Bücher, als auch Salbentigel und -dosen stapelten.

Der Ansatz eines Lächelns stahl sich in ihre Mundwinkel, als ihr Blick das kleine, hölzerne Wurfmesser auf dem Nachttisch streifte und für Momente hingen ihre Augen an der Kohlezeichnung, die über ihrem Bett hing. Das Lächeln sprang auf die Lippen über, vertiefte sich für Augenblicke, um dann zu verschwinden und einem nachdenklichen Ausdruck zu weichen.

Langsam liess sie sich auf dem geflochtenen Stuhl nieder und nippte an ihrem Tee. Ziellos kreisten ihre Gedanken, lösten sich ab, sprangen ohne Zusammenhang, zogen vorbei wie Wolken am Himmel.

Wie geht es Aquilla? Wenn ich nur wüsste, wohin sie ihn geschickt haben und ob er am leben ist. Unkraut vergeht nicht. Mein Herz. Verdammter, schlitzohriger Wildgeist. Du fehlst mir. ~ Wann kehrt Hainläufer endlich zurück? ~ Eine Katze ist kein Bär. Muss ich mich in einen Bären wandeln können, um Druidin zu sein, wenn er mir doch so gar nicht liegt? ~ Wolfsblick ist keine Hilfe. Dieses bedeutungsschwangere Schweigen macht mich noch wahnsinnig! Wie kann jemand so laut Nichts sagen? ~ Ob die Brüder in Feralas bei Tinnurandir etwas erreichen konnten? Ich sollte einen Brief schreiben. ~ Ich werde aus diesen Briefen nicht schlau. Die Frau ist offensichtlich verrückt. Wir haben wirklich Wichtigeres zu tun. ~ Ich sollte unterwegs sein und Saladir suchen. Es ist verdammt noch mal die Entscheidung des Zirkels, unsere Entscheidung, ob wir nach einem Einheitsmitglied suchen oder nicht! ~ Verdammter Dickschädel, was hast du wieder angestellt? Dein Bruder ist auch nicht besser. ~ Ob ich je dieses Wurfmesser balancieren kann? ~ Sei wie Wasser. ~ Seltsamer Mann. Einsam. ~ Es gibt mehr als das Augenscheinliche.

Das geflochtene Holz des Schaukelstuhls knarrte leise, als die kleine Kaldorei sich bewegte.


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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:30

Luthien, 03.07.2013

Die Sonne des späten Nachmittags drang durch die Ritzen des schweren Vorhangs und tauchte das Quartier in ein diffuses Zwielicht. Unruhig drehte sich Luthien auf ihrem Lager...der Körper noch halb in der trägen Umarmung des Schlafes, während die Gedanken schon kreisten und ruhelos waren.

In ein paar Stunden legte das Schiff nach Sturmwind ab und mit ihm ein Großteil der Einheit, um sich in den östlichen Königreichen erneut auf die Jagd nach dieser verrückten Schattenwirkerin zu machen. 'Möge Elune sie leiten und schützen und sicher wieder heim bringen', ging es durch ihre Gedanken.
Der innere Zwiespalt entlockte ihr einen schweren Seufzer. Die kleine Kal'dorei drehte sich auf den Rücken und starrte an die Decke. Sie selbst hatte andere Aufgaben und würde die Gruppe nicht begleiten. Es war nicht weiter ungewöhnlich, nicht jedes Mitglied war an jedem Einsatz beteiligt, und doch... schon immer hatte sie sich unwohl gefühlt, wenn eine Gruppe ausrückte und sie nicht dabei war.

Sie setzte sich auf und fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare. Ihr Blick wanderte ziellos durch den Raum und blieb letztlich an einem elegant geschwungenen Zweihänder im Waffenständer hängen. 'Das war heute, oder?', dachte sie, rieb sich mit einer Hand über das Gesicht, um die Müdigkeit zu vertreiben und schwang die Beine aus dem Bett.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:30

Hillaria, 23.07.2013

Nachdenklich ging Hilla am See entlang.

Warum nur regen die Elfen sich über so ein bisschen Froschlaich auf. Den gab es hier im Wasser doch in Massen und ein paar Eier mehr oder weniger würden doch nicht Schaden. Das mit der Magie und dem ablehnen von Technik kann man ja noch verstehen. Diese Dinge konnten ja manchmal etwas gefährlich werden. Aber Froschlaich ? Wie wollten die Elfen denn nur manchen Dinge erforschen ohne Risiken einzugehen.

Kopfschüttelnd machte sie sich langsam auf den Weg zu ihrem Quartier.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:31

Altra, 26.07.2013

Altra schüttelt leicht den Kopf. Wirklich... was für ein Abend und dabei fing er so schön an. Ein Gespräch mit Schwestern des Tempels. Ein wenig Tee in einer ruhigen Umgebung. Elistrea war auch endlich einmal wieder in Darnassus.

Und dann diese ungehobelte Schildwache. Aus welchem Loch war sie gekrochen, dass sie die Druiden so verachtete? Hoffentlich hatte ihr die Schwester den Kopf gründlich gewaschen.

Dann der Shen'dralar. Altra reibt sich die Stirn. Oh, sie konnte die Abneigung ihres Shan'do und ihrer Schwester nur zu gut verstehen, aber er hatte doch eine Druidin, die Hilfe benötigte, zu ihnen gebracht. Zählte das für nichts? Im Angesicht seiner Unhöflichkeit wohl nichts. Nun ja...wenigstens konnte der Schwester geholfen werden. Und Shan'do Malagar hatte sie gelobt.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:31

Hillaria, 29.07.2013

orsichtig setzte sich die Gnomin auf die grosse Wurzel bei der Enklave und schaute über die Siedlung in den Ästen des Baumes. In der Ferne konnte man kleine Gestalten erblicken die sich ihre Wege über die Pfade bahnten. Neugierig geworden kramte sie in ihrem Beutel auf der Suche nach etwas bestimmten. Erfreut nahm sie eine Linsenkonstruktion heraus die sich schon oft als hilfreich erwiesen hatte bei ihren Forschungen.

Als sie sich das Ganze vor die Augen hielt konnte sie das Treiben auf den Pfaden genauer erkennen. Die meisten Elfen transportierten Dinge zwischen den einzelnen Häusern hin und her, kaum ein Elf gab sich dem Müssiggang hin. Das erinnerte sie an den grossen Ameisenhaufen den sie damals im Hügelland studiert hatte, nur war dies hier nach einiger Betrachtung viel ineffizienter als der Ameisenbau.

Langsam nahm sie in Gedanken versunken ihr Skizzenbuch heraus und begann zu zeichnen. Nach einiger Zeit konnte man auf dem Papier ein Seilbahnsystem erkennen das Waren transportierte und von Windrädern, Flaschenzugsyteme und Gegengewichten angetrieben wurde.

Nachdem sie alles noch einmal betrachtete was sie gezeichnet hatte, schlug die Gnomin frustriert seufzend das Buch zu und murmelte leise "Eher geben sie zu das was sie im Tempel machen doch Magie ist, als das sie sowas bauen würden".

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:31

Luthien, 01.08.2013

Mit einem letzten Blick über die Regale und einem zufriedenen Nicken beendete sie ihren Routinerundgang durch das Materiallager. Alle Vorräte waren wieder aufgestockt und bereit für den nächsten Einsatz.
Insgeheim hoffte sie, dass die Mitglieder der Einheit sich nun eine kleine Weile erholen konnten, ehe die Pflicht sie wieder fort rief. Die meisten hatten zu viele Kämpfe gesehen, zu viel Leid, Bosheit, Schmerz und Dunkelheit in den letzten Monden.

Tief sog sie die kühle Luft der Morgendämmerung in ihre Lungen, liess sie weit werden, bis in die letzten Winkel, um dann in ruhigem Strom langsam wieder auszuatmen. Zeit für eine kleine Meditation, ehe sie sich zur Tagesruhe legte.

Während sie durch die Enklave zu ihrem Meditationsbaum schritt, strich ihre Hand über den Beutel an ihrem Gürtel. Sie spürte die Konturen des kleinen Holzmessers darin und der Ansatz eines Lächelns huschte um ihre Mundwinkel. 'Ein wenig üben könnte auch nicht schaden.'

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:32

Luthien, 05.08.2013

Der schnelle, flache Schlag des kleinen Herzens hallte in ihrem Sein wieder. Sie fühlte die Angst die nicht ihr galt und den Blick der dunkelbraunen Augen, die sie fragten.
Unwillkürlich strich sie mit der freien Hand sachte über den kleinen Kopf, während ihre Sinne sich in das Tier versenkten, sich hineinfühlten in die Wunde. Fast augenblicklich fand sie, was sie suchte, denn es verbarg sich nicht und hatte sein zerstörerisches Werk bereits begonnen.

Ein tiefer Atemzug blähte ihre Nasenflügel. Der Goldton der hellen Lichter schien sich zu intensivieren, als die bernsteinfarbenen Sprenkel in ihren Augen dunkel aufglommen und sie sich an die Arbeit machte. Ihre Hand bewegte sich leicht über der Wunde. Das lindgrüne Leuchten verstärkte sich, schien sich auszuweiten und, einem irisierenden Staubregen gleich, auf die Wunde zu rieseln, sich darüber zu legen und in sie einzudringen.

Sie folgte der Spur im Blut, durch die Adern, die sich fein verzweigten, in das Gewebe, in jede Faser, in jede Zelle und machte sich daran das Gift zu isolieren und zu entziehen. Als dunkelbraungrüner Schlier trat es letztlich aus der Wunde.

Mit der freien Hand griff die kleine Kal'dorei nach der Schale mit dem Silberblattaufguss, tränkte ein kleines Büschel Moos darin und wischte die Substanz vorsichtig damit ab. Dann warf sie das Moos in eine separate Schale, griff nach einem neuen Büschel und wiederholte den Vorgang, bis sich letztlich kein neuer Giftschlier mehr bildete und die Wunde sauber blieb.
Das grüne Leuchten ihrer Hände verblasste. Einige Momente schien es sich noch in der Wunde, auf der umgebenden Haut und im Fell zu halten, ehe es auch dort sachte erlosch.

Immer noch ruhte der dunkelbraune Blick auf ihr, doch die Furcht war verschwunden, der Herzschlag ruhig. Dezente Neugier blähte kleine schwarze Nüstern, als sie nun nach einer Schale griff und begann, mit einem Mörser darin etwas Moos, Silberblatt und einige Tropfen Tinktur aus Mondblütenlilien zu einer Paste zu vermengen.
Das Kitz reckte den Hals. "Nein, das ist nicht zum Essen.", murmelte sie leise lachend und schob den Kopf des Tieres sachte zur Seite, um die Paste vorsichtig auf die Schulterwunde zu streichen. "Das sollte mögliche Giftreste entziehen und verhindern, dass es sich entzündet.", meinte sie leise und kraulte das Kitz hinterm Ohr.

Ihre Worte galten weniger dem Tier, als dem Kal'dorei einige Schritte hinter ihr. Nun, da die Aufgabe erfüllt war, drang dessen Anwesenheit wieder mit Macht in ihr Bewusstsein. Sie wusste, dass die Worte eigentlich überflüssig waren. Wolfsblick wusste genau was sie tat und warum. Sie kannte ihn nun ein paar Monde und doch irritierte sie das raumfüllende Schweigen des Druiden immer noch so sehr, dass sie sich dem Drang sich zu erklären oft nicht vollständig erwehren konnte.

Luthien wandte den Kopf in seine Richtung und fand den bernsteingoldenen Blick, der wie immer mit schwer definierbarem Ausdruck auf ihr ruhte. "Ich bin fertig.", sagte sie unnötigerweise, was ihr kaum mehr als den Ansatz eines Kopfnickens einbrachte. Einen Augenblick forschte sie in seinen Zügen. War er zufrieden? Schließlich wendete sie sich wieder dem Rehkitz zu und hob das Tier vorsichtig hoch. "Ich bringe es erst einmal zurück zu seiner Mutter. In ein, zwei Nächten dürfte es soweit wieder hergestellt sein."

Etwas später saß sie gedankenverloren am Ufer des Elune'ara und tauchte die Füße in das klare kühle Wasser. Sie hörte ihn nicht kommen. Eine leichte Berührung an der rechten Schulter liess sie erschrocken aufblicken und... auf einen irdenen Becher starren, den er ihr mit der Linken entgegenhielt. Verwirrt sah sie zu dem großen Druiden auf und nahm den angebotenen Trunk mit leisem Dank entgegen. Ihre Verwirrung wuchs, als Wolfsblick nickte und sich in einer leicht nachfedernden Bewegung neben sie hockte.

Einige Zeit saßen sie so, blickten schweigend auf den See hinaus. Luthien nippte an ihrem Trichterwindentau. Sollte sie etwas sagen? Würde er etwas sagen? Nach einer Weile hörte die junge Druidin auf, auf Worte zu warten oder nach ihnen zu suchen und entspannte sich.

"Gute Arbeit." Die dunkle, raue Stimme zerriss die Stille wie das Geräusch zweier aneinander reibender Backsteine. Überrascht geweitete weißgoldene Lichter starrten in ruhiges Berngold, doch einen Wimpernschlag später hatte er sich schon wieder abgewandt und blickte auf den See. Er hob seine Tasse an die Lippen und kurz bevor sie diese erreichte, verzogen selbige sich amüsiert und gaben für Momente seine Fänge frei.

Es war das erste Mal, dass sie ihn lächeln sah.

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BeitragThema: Re: Kleine Geschichten aus dem Zirkel   19.11.13 14:40

Anushor, 14.08.2013

Leise raschelt das hohe Gras als sich der Säbler dem Wasserlauf näherte. Seine Schnurrhaare zitterten, als er die Witterung der Fährte so deutlich wahrnahm. Die Muskeln spannten sich an, und er duckte sich noch enger an den Boden und wurde damit fast unsichtbar in dem Gras. Der Hirsch hob den Kopf vom Wasserlauf, sein Ohrenspiel zeigte, das er sehr aufmerksam seine Umgebung wahrnahm, trotzdem bemerkte er die nahende Gefahr nicht.

Mit kräftigen schnellen Sprüngen startete der Säbler seinen Angriff auf den Hirsch, dieser versuchte durch einen hohen Sprung über den Wasserlauf sich dem Säbler zu entziehen, was aber durch einen kräftigen Prankenschlag des Säblers vereitelt wurde. Mit einem schnellen Biss ins Genick erlegt der Säbler seinen Beute und zieht das große Tier vom Wasserlauf etwas weg.

Die goldenen Augen des Tieres schimmern tief und den Instinkten des Säblers folgend, reißt er ein großes Stück aus seiner Beute, um dies dann zu verschlingen.

Stunden später laben sich anderer Aasfresser an den Resten des Kadavers, der Säbler ist inzwischen weitergezogen in den Wälder der Dunkelküste und ruht während des Tages in einer kleinen Höhle, gesättigt und müde von der Jagd.

Zum Beginn der nächsten Nacht streift das Tier weiter Richtung Küste, im silbernen Schein des Mondes vermischt sich die Schatten des Tieres nahtlos mit den dunklen Bäumen des Waldes. Der Säbler nimmt seinen Umgebung durch seinen Instinkte gut wahr, er riecht die anderen Wildtiere in seiner Nähe, er spürt das Moos unter seinen Tatzen. Sein Ohrenspiel richtet sich nach jedem Geräusch aus das er wahrnimmt. Er ist Katze mit jeder Faser seines Körpers, endlich spürt er das diese Gestalt nun keine Herausforderung mehr sein wird. So wie er sicher als Orca durch das Meer peitscht und sich die Instinkte des Jägers der Meere zu nutzen machen kann, weiß er nun, dies auch in der Form des Säblers sicher erreichen zu können. Die letzten Wochen an der Dunkelküste hatte er genutzt seine Fähigkeiten zu verfestigen und zu trainieren und nun hatte er sein Ziel erreicht. Er würde immer nahtlos ohne Verzögerung sich in den Säbler wandeln und würde dann als solcher handeln können .....auch im Kampf.

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